... Bannung ...
Bann munter mal bunter

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Husch Husch!
Fort mit dir!
Ich banne dich!


Wir alle haben es schon gemacht und werden es in unserem Leben noch häufig machen. Meistens wissen wir gar nicht, was wir da eigentlich machen. Weil? Naja, wir machen es, weil wir es eben machen. Aber warum? Ja, warum machen wir es eigentlich? Meistens machen wir es, ohne überhaupt zu wissen, warum wir es machen. Und was machen wir nun? Wir machen, wir schreien, wir kreischen, wir singen, wir lachen. Kurzum: Wir bannen!

Was machen wir? Wir bannen? Ne ne ne. Oder doch?

Es ist dunkel. Kerzen erhellen flackernd einen Raum. In der Mitte steht ein Mann. Sein Gesicht wird von der Kapuze seiner schwarzen Kutte beschattet. Mit Kreide malt er seltsame Symbole auf den Boden. Plötzlich springt er auf. Laut ruft er geheime Zauberformeln aus. Wild verspitzt er dabei Weihwasser. Drohend hält er ein Kreuz hoch und fuchtelt damit umher. Laut schreit er: „Ich banne dich!“ Eine Knoblauchzehe fliegt durch die Luft. Der Salzstreuer hinterher. Ein Blitz. Wo ist der Pflock? Ein Zischen. Rauch steigt auf! Der Fernseher brennt. Kurzschluss.

So oder zumindest so ähnlich stellen sich die meisten Menschen eine Bannung vor. Aber eine Bannung muss nicht immer in einer mittleren Überflutungskatastrophe mit anschließendem Wohnungsbrand enden. Der folgende Artikel setzt sich hoffentlich relativ verständlich mit diesem Themenkomplex der Magie, aber vor allen Dingen unseres Alltages, auseinander.

Einführung

Beim Bannen versucht man etwas 1, das sich negativ auf etwas 2 auswirkt von diesem etwas 2 fernzuhalten. Bei diesem etwas 1, das sich auf etwas 2 negativ auswirkt, muss es sich nicht um ein von Natur aus negatives etwas 1 handeln. Denn auch ein von Natur aus positives etwas 1 kann sich auf etwas 2 negativ auswirken.


Etwas kompliziert? Eigentlich gar nicht.

Beispiel: Deine 2 jährige Tochter ist gerade in der „Hm-Lecker-ich-stecke-alles-in-den-Mund-Phase“. Und weil das so schön ist hat sie eine ausgesprochene Vorliebe für penetrant riechende grüne Flüssigkeiten entwickelt. Ganz hoch im Kurs steht Kalkreiniger.

Nun nehme man den obigen Satz, (passe die Artikel an), und ersetze das „etwas 1“ mit „Kalkreiniger“ und das „etwas 2“ mit „Kleinkind“.

Beim Bannen versucht man Kalkreiniger (etwas 1), der sich negativ auf ein Kleinkind (etwas 2) auswirkt von diesem Kleinkind (etwas 2) fernzuhalten. Bei diesem Kalkreiniger (etwas 1), der sich auf ein Kleinkind (etwas 2) negativ auswirkt, muss es sich nicht um ein von Natur aus negativen Kalkreiniger (etwas 1) handeln. Denn auch ein von Natur aus positiver Kalkreiniger (etwas 1) kann sich auf ein Kleinkind (etwas 2) negativ auswirken.

Für ein Kleinkind ist Kalkreiniger mit Sicherheit nichts Positives bzw. er schadet seiner Gesundheit. Der Kalk wird sich über ihn vermutlich auch nicht freuen und unsere Umwelt bei der aggressiven chemischen Variante schon gar nicht. Aber es gibt ja noch die arme kleine Hausfrau, die gerade in eine Wohnung neu eingezogen ist und die Kalkreste von den letzten 20 Jahren aus dem Waschbecken bekommen will. Für sie ist der Kalkreiniger in diesem Moment die göttlichste Erfindung seit den Handschuhen und eventuell dem Vorschlaghammer.

Und wie würde man in einem solchen Fall den Kalkreiniger bannen?
Ganz einfach, in dem man ihn in einen abschließbaren Schrank außerhalb der Reichweite des Kindes aufbewahrt und nicht offen herumstehen lässt.


Wann bannen wir?

Im Grunde bannen wir den ganzen lieben langen Tag vor uns hin. Ohne, dass wir es merken. Im Alltag sorgen wir z.B. dass unsere Kinder nicht an die Putzmittel oder andere giftige Substanzen im Haushalt gelangen können. Wir bauen Kindersicherungen in Steckdosen oder Autotüren ein. Wir halten ihre Hände fest, wenn sie wissen wollen, wie sich heiße Herdplatten so anfühlen und ob man die Messer in einem Häcksler festhalten kann. Wir bannen, wenn wir uns eine dicke Jacke anziehen, weil es draußen furchtbar kalt ist oder wenn wir Speiseeis in die Tiefkühltruhe legen und nicht in die pralle Sonne. Wie bannen, wenn wir in einem Streit auf einmal einen vollkommen zusammenhanglose Witz reißen und auf einmal jeder anfangen muss zu lachen. Wir bannen, wenn wir nachts alleine durch den Wald gehen und auf einmal anfangen laut zu singen. Im Grunde ist dieses Verhalten vollkommen irrational, da wenn sich dort wirklich eine Person aufhalten würde, die uns etwas Böses will, sie ja erstrecht auf uns aufmerksam wird. Trotzdem singen wir laut und vertreiben damit unsere Angst. Vielleicht zeigen wir damit aber auch folgendes: „Hey! Ich bin so stark, dass ich sogar noch auf mich aufmerksam machen kann, weil ich weiß, dass ich viel stärker bin als du. Also komm bloß nicht her, denn dann mache ich dich einen Kopf kürzer.“
Bannung kann also durchaus logisch sein aber häufig – gerade wenn sie im Zusammenhang mit Emotionen oder Angst steht – auch irrational.
Insgesamt bannen wir also wirklich unterbewusst den lieben langen Tag, ohne dass wir wissen, dass wir eigentlich bannen. Wir machen es eben. Wir sind sozusagen sogar richtige Meister im Bannen!


Bannen in der Magie

Aber in der Magie ist ja alles ganz anders und viel komplizierter. Klar. Da muss man dann ein Dreieck oder einen Kreis aufmalen, besondere Bann-Zaubersprüche sprechen und dazu natürlich räuchern. Und eine Bannung in der Magie ist ein komplexer und äußerst schwieriger Vorgang. Mit Sicherheit. Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?

In der Magie fallen etliche Techniken in den Bereich der Bannung. Magische Praktiken wie
> Schutztechniken
> Erdung
> Zentrierung
> Reinigung
fallen in dieses Gebiet.

Folgend einige Möglichkeiten um Energien zu bannen:

Schutztechniken:
> Schutzkreise oder -kugeln.
> bannendes Pentagrammritual
> Amulette

Erdung:
> sich auf den Boden legen
> einen Baum umarmen

Zentrierung:
> Meditation
> Yoga
> IAO-Formel

Reinigung:
> Salzwasser
> Räucherung (z.B. Beifuß, Salbei, Rosmarien, Drachenblut, Asant)

In der Magie ersetzen wir also beispielsweise lachen, singen oder das Wegräumen eines Gegenstandes durch so komplexe Rituale, wie dem kleinen bannenden Pentagrammritual oder wir laufen stundenlang durch unsere Wohnung und räuchern sie aus. Diese Techniken haben alle ihren Sinn. Sie sind wichtig und sie sind effektiv. Ja. Es ist vollkommen in Ordnung sie zu zelebrieren und gerade für Anfänger bieten sie sehr schöne Fixpunkte. Damit erfüllen sie ganz wichtige Aufgaben und verdienen Respekt sowie Anerkennung. Ohne Frage.

Und noch mal: Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?

Wir Menschen sind von Natur aus Meister der Bannung! Und diese Meisterschaft können wir auch ohne weiteres auf die Magie übertragen. Man kann bannen und dabei auf sämtlichen oben aufgeführten magischen Techniken sowie Hilfsmitteln verzichten. Die einfachsten und effektivsten Formen der Bannung sind lachen und singen.
Lache. Lache frei und laut und aus ganzem Herzen!
Singe. Singe frei und laut und aus ganzem Herzen!
Und du erzeugst einen Sturm an positiver Energie!

So einfach kann Bannung sein. So einfach und vielleicht gerade deswegen so ungemein effektiv!

Doch was ist, wenn dir das Lachen im Hals stecken bleibt und sich dein Gesang eher wie ein Schreien anhört?

Nun, eine weitere, sehr effektive Form der Bannung ist das Ignorieren oder besser noch, sich selbst einreden, dass z. B. eine negative Instanz gar nicht existiert. Sie ist einfach nicht da. Ein Hirngespinst. Das geht? Klar.
Wenn du im realen Leben einer Gruppe betrunkener Jugendlicher begegnest, und diese dich in ihrer ganzen sozialen Pracht mit außerordentlich erquickenden Komplimenten beglücken, wirst du sie vermutlich auch ignorieren. In den seltensten Fällen wirst du das Bedürfnis haben, mit einem Räuchergefäß um sie herumzulaufen oder ihnen ein „Fick dich!“ (Übersetzung: Ich banne dich!) entgegen zu schmettern. Das funktioniert auch in der Magie.
Zu Beginn meiner magischen Laufbahn war ich in einem Orden. Bei einem unserer wöchentlichen Treffen tauchten ungebetene und recht schlecht gelaunte Instanzen auf. Wir, als absolute Magieanfänger hatten furchtbare Angst. Diese wurde noch dadurch verstärkt, dass unser Meister, der uns ja eigentlich Sicherheit geben sollte, selbst Angst hatte. Die Situation war kurz davor, zu eskalieren und unser Meister fluchte die ganze Zeit, dass er Wasser und Salz bräuchte, um die Instanzen zu vertreiben. Diese befanden sich nun aber direkt zwischen uns und der Küche. Sie versperrten uns den Weg zum Wasser. Wir saßen fest. Sie kamen immer näher auf uns zu. Meine Zirkelschwester begann zu schreien. Ich weiß nicht mehr, wie ich darauf kam, aber irgendwann begann ich mir einzureden, dass da gar nichts wäre. Einfach nichts. Nichts vor dem man sich fürchten müsste. Rein gar nichts. Nach kurzer Zeit verschwand meine Angst. Das Gefühl zu ersticken war fort. Klasse dachte ich und stand auf. Ich ging durch die Instanzen, holte eine Schale Wasser sowie Salz und drückte beides meinem Meister mit einem „Bitte.“ in die Hand.

Schön und gut. Doch was ist, wenn das, was man bannen möchte so präsent ist, dass man es nicht ignorieren kann?

Nun - auch laufen kann befreien und bannen. Warum soll man in der Magie nicht davonlaufen dürfen, wenn man Angst hat? Warum soll man nicht auf dem Absatz kehrt wende machen, wenn man einer Instanz begegnet, der man nicht gewachsen ist?
Im normalen Leben würden wir das doch auch tun. Eine Frau würde, wenn sie z.B. in die Fänge eines Vergewaltigers gerät, auch die erste Gelegenheit zur Flucht ergreifen und nicht lang und breit ihre Kampfkünste erproben oder einen Kreis mit Lippenstift um sich malen.
Und warum sollten wir nun in der Magie nicht davonlaufen dürfen? Wer sagt uns, dass wir uns jeder Instanz stellen müssen? Ein Märtyrer-Tod sieht im Fernsehen zwar klasse aus, aber ich persönlich kann darauf dann aus unerfindlichen Gründen verzichten.
Wenn du nur für dich selbst verantwortlich bist und mit einer Situation absolut nicht zu Recht kommst, dann breche das Ritual im Notfall ab und suche das Weite. Hole dir Hilfe. Verständige so zu sagen „die Polizei“ und gehe kein Risiko ein, dass du nicht kalkulieren kannst.
Das sieht natürlich schon wieder anders aus, wenn man die Verantwortung für andere Menschen in einem Ritual hat. Aber auch hier zeugt es von Größe ein Ritual lieber abzubrechen, als es auf biegen und brechen zelebrieren zu wollen und die Teilnehmer in Gefahr zu bringen.

Und was mache ich, wenn das alles aus welchen Umständen auch immer nicht geht?

In diesen Fällen greife ich gerne auf einfache Versinnbildlichung aus dem Leben zurück. Z.B. habe ich Instanzen in Kisten verfrachtet, mit Paketklebeband verschnürt und sie im Wald liegen lassen. Damals hatte ich nicht daran gedacht, dass sie ja auch irgendwann wieder dort raus müssen. Woher soll man als Anfänger auch wissen, dass sich je nach Intensität der verwendeten Energien nicht von alleine auflöst? Nach einigen Jahren kam ich dann mit einem furchtbar schlechten Gewissen zurück und ließ sie wieder raus.
Eine liebe Freundin hat vor kurzen etwas Ähnliches gemacht. Sie wählte jedoch keine Kisten, sondern einen Zwei-Komponenten-Kleber. Da die Instanz alle Versuche, sie zu vertreiben, abwehrte und im Gegenteil, eher mit der Intensität der ihr entgegen gebrachten Energie noch stärker zu werden schien, versuchte sie es zunächst mit einer Art „Kaugummimasse“, zu behindern. Das hielt aber nicht lange an und die Instanz befreite sich wieder – nun noch ein wenig verärgerter.

Nach kurzem Überlegen wählte sie den Zwei-Komponenten-Kleber, der ja, erst durch das Zusammentreffen zweier verschiedener Substanzen, seine Wirkung erzielt. Nach dem „Übergießen“ der Wesenheit mit der ersten Substanz, trat schon ein wenig Verwirrung bei ihr ein, doch nach der zweiten Substanz wurde sie sehr wütend. Da die Instanz aber nach kurzer Zeit erstarrte, waren keine Angriffe mehr möglich.
Allerdings sollte man bedenken, dass sich die negative Einstellung dieser Wesenheiten dadurch nicht ins Gegenteil umkehrt. In einem solchen Falle sollte man den säuberlich verpackten Instanzen mitteilen, dass man sie befreien werde, wenn sie sich danach zurückziehen werden. In den meisten Fällen funktioniert diese Vorgehensweise und nach dem Befreien trollen sie sich auch in ihre Höhlen zurück.

Einfache Symbole, einfache Versinnbildlichungen, die jeder Mensch aus seinem Alltag kennt. Und sie wirken. Warum etwas kompliziert machen, wenn es auch einfach geht?

Jeder Mensch ist ein Meister der Bannung. Du bist ein Meister der Bannung. Und du tust es. Jeden Tag. Du kannst es. Jeden Tag. Also: Mach es!


Wichtig

Im obigen Text verwende ich öfters die Wörter „positiv“, „negativ“, „gut“ oder „böse“. Generell möchte ich darauf hinweisen, dass es keine „negativen“ oder „positiven“ Energien gibt. Energien können unterschiedliche Frequenzen aufweisen, sind aber im Prinzip immer neutral. Ihre Auswirkungen aus der subjektiven Perspektive des Betroffenen betrachtet, werden jedoch als hinderlich, schädlich - also eher negativ - oder förderlich, bereichernd - also eher positiv -wahrgenommen. Das heißt aber nicht, dass die wahrgenommene Auswirkung ein Beleg dafür ist, dass die sie bewirkte Energie als solches auch negativ oder positiv ist. Ich möchte dich bitten dies einfach beim Lesen zu berücksichtigen, und dir diese Wörter in Anführungsstrichen vorzustellen. Natürlich hätte ich jedes entsprechende Wort in Anführungsstriche setzen können – hatte ich auch, das sah aber einfach katastrophal aus.

Quellen

 

Schattenarbeit
Schutz für Fortgeschrittene

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