... Die Schattenarbeit ...
Die Reise in das "dunkle" Innere unserer Seele

Einführung

Schattenarbeit ist ein typisches Themen, um welches sich viele Menschen drücken – zumindest solange sie dazu in der Lage sind. ;o)
Dieser Bereich der Magie ist unglaublich komplex und unglaublich ungemütlich. Aber aus irgendeinem unergründlichen Grund haben gerade die unglaublich ungemütlichen Dinge die Eigenschaft ekelig wichtig zu sein. Also wirst auch du irgendwann in den sauren Apfel beißen und dich mit deinen Schatten auseinander setzen müssen. Natürlich nur sofern du wachsen und dich weiterentwickeln möchtest. Kindergartenliebhaber können gerne weiterhin mit ihren Bauklötzchen spielen, bis sie dann doch irgendwann lesen lernen wollen.


Darum geht es in der Schattenarbeit

In der Schattenarbeit beschäftig man sich mit den verdrängten Anteilen des eigenen Ichs. Es geht darum den eigenen Schatten zu begegnen und die eigene Seele in ihrer vollständigen Ganzheit zu entdecken.
Das Ziel der Schattenarbeit ist es die verdrängten oder blockierten Aspekte der Seele wieder zu integrieren. Hierzu ist es erforderlich sich so anzunehmen wie man ist. „Liebe unter allen Umständen“ sollten nicht nur leere Worte sein, sondern auch wahrhaft gelebt werden. Und dies schließt die eigene Person leider Gottes ebenfalls ein.
Wir müssen lernen, dass es nur sehr wenige Menschen gibt, die reine „Lichtgestalten“ sind. Fast jeder von uns verbirgt auch dunkle Aspekte in sich, vor welchen er sich fürchtet. Jeder Mensch hat sowohl positive, als auch negative Eigenschaften und so haben wir sowohl lichte, als auch dunkle Seelenanteile.


Die Schatten der eigenen Seele


Bei den Schatten handelt es sich um Gefühle, Gedanken, Erfahrungen und Überzeugungen, die wir in die „Nachtseite“ unserer Persönlichkeit verbannt haben. Oftmals nehmen wir sie als etwas Negatives wahr und haben Angst davor sie auszuleben.

In der Schattenarbeit öffnen wir das sicher verschlossene Kämmerlein, um uns jene Aspekte unseres Seins in unser Bewusstsein zu holen. Oftmals hängt unser Schatten mit Ereignissen aus unserer Vergangenheit zusammen, die uns negativ prägten oder so schrecklich waren, dass wir das Wissen um sie nicht ertragen können. Diese Ereignisse können vor langer Zeit und in anderen Leben stattgefunden haben. Unser Bewusstsein erinnert sich wo möglich nicht einmal mehr daran, doch unsere Seele vergisst eine Vergewaltigung, die Verbannung aus der eigenen Sippe, einen Mord, den Tod des eigenen Kindes usw. nicht.
Selbst wenn du in dir z.B. das Bedürfnis zu töten entdeckst musst du weiter gehen. Vielleicht wurdest du einst furchtbar misshandelt oder musstest hilflos ansehen, wie deine Familie vor deinen Augen ermordet wurde. Das Bedürfnis nach Rache oder Sühne für diese Tat könnten Auslöser für deine Sehnsucht zu töten sein. Bitte verstehe mich jetzt nicht falsch, ich möchte nicht, dass du nun hinaus in die Welt gehst und den nächst bestehen Menschen ermordest. Aber, mit dem Wissen um den Auslöser kannst du daran arbeiten das Geschehene zu verarbeiten. Vielleicht hilft es dir deine damalige Familie würdig in einem symbolischen Grab zu beerdigen, dich mit ihren Geistern in Verbindung zu setzten, in ihren Armen zu trauern oder dich mit ihnen über die damalige Situation zu unterhalten.

Mit dem Erkennen unseres Schattens ist die Arbeit also noch lange nicht erledigt. Nachdem wir unseren Schatten erkannt und seine verborgenen Beweggründe erfasst haben, müssen wir mit ihnen arbeiten.
Du musst lernen zu akzeptieren, dass der Schatten ein Teil von dir ist. Was wir kennen, verstehen und umarmen verliert seine Macht über uns. Das Bewusstsein, dass in dir diese Aspekte verankert sind, ist wichtig, damit du neue Wege gehen kannst.
Blockierte und verdrängte Gefühle haben ein Anrecht darauf da zu sein und auch darauf gefühlt zu werden. Wenn es keinen Grund geben würde, aus dem sie da sein sollten, wären sie es auch nicht. Gestehe dir selbst das Recht zu wütend oder ängstlich zu sein. Erlaube dir zu hassen und tiefe Trauer zu empfinden.
Es ist überraschend wie viele Menschen gar nicht wissen, wie sich ein Gefühl anfühlt. Uns würde von klein auf beigebracht, dass wir nicht wütend oder ängstlich sein dürfen. Dass es falsch ist seine Trauer und Verletzlichkeit zu zeigen. Solange wir jedoch unseren Gefühlen keinen Raum zum Schwingen geben, werden sie sich immer tiefer in unser Unterbewusstsein vergraben und dort für Freilassung und Rehabilitierung protestieren. Eingeschnappte Gefühle können übrigens sehr unangenehme Zeitgenossen werden.

Wenn du ein Mensch bist, der sicher in sich verankert ist und über eine gefestigte Persönlichkeit verfügt, wird dich dieses Wissen nicht aus der Bahn werfen und du wirst in der Lage sein die Kontrolle zu behalten. Deine moralischen Grundsätze und dein Glaube werden dir helfen die richtigen Entscheidungen zu treffen. Gerade in den Momenten, in denen du nach einer Reise in die dunkle Seite deiner Seele zutiefst erschüttert in die „Realität“ zurückkehrst.


Risiken, Nebenwirkungen & die Lohntüte

Vielleicht wirst du dich fragen, warum du überhaupt diese Strapazen und die mit ihr verbundenen Gefahren auf dich nehmen solltest. Es wäre doch viel einfacher das Vergangene und die unerwünschten Gedanken sowie Gefühle auf sich beruhen zu lassen.
Vielleicht empfindest du dich auch als „reines Lichtwesen“, welchen von solchen Schatten überhaupt nicht tangiert wird. Nun, dann muss ich dich zunächst deiner Illusion berauben. 99,99 % der Menschen haben einen Schatten. Meistens haben wir sogar mehrere, wobei diese unterschiedlich ausgeprägt sein können. Natürlich kann man, obwohl man einen solchen Schatten besitzt, dem Licht dienen (oder so tun). Dem Licht zu dienen und Licht zu sein ist jedoch ein gewaltiger Unterschied.

Bevor ich ganz den roten Faden verliere schnell zurück zum Thema. Warum sollte ein magisch arbeitender Mensch sich also seinem Schatten stellen?
Die verdrängten Gedanken und Gefühle entwickeln mit der Zeit ein Eigenleben und gewinnen zusehends an Macht. Die Auswirkungen des Schattens werden dich in deiner magischen Arbeit behindern und dir schwere Steine in den Weg legen. Dein Schatten hat das Bedürfnis in dein Bewusstsein zu dringen. Dies geschieht oftmals zu Beginn mit Träumen, in welchen wir von unserer „dunklen“ Seite mit dem Erlebten „gequält“ werden.
Der Schatten kann dich zu dem deiner Kraft berauben und nimmt dir die Fähigkeit mit Energien zu arbeiten. Die einfachsten magischen Techniken wollen dir auf einmal nicht mehr gelingen. Beim Meditieren wirst du auf einmal in eine unbeschreibliche Finsternis gezogen, die irgendwann auch dein Herz fest umschließen wird. Du fühlst dich leer und ausgebrannt. Kälte oder Hitze beherrscht deinen Körper und schließlich verlierst du die Verbindung zur Erde und wirst in ein tiefes Loch gezogen. Der Schatten ist durchaus in der Lage die Verbindung zu den Göttern negativ zu beeinflussen. Zu dem ist es nahezu unmöglich das Amt der Priesterin oder des Priesters wirklich inne zu haben, wenn man sich dem eigenen Schatten noch nicht gestellt hat. Wie möchte man anderen Menschen helfen und den Göttern dienen, wenn man noch nicht einmal in der Lage ist seine eigene Seele ganzheitlich wahrzunehmen?
Zudem resultieren fast alle Krankheiten aus blockierten oder verdrängten Gefühlen. Dem Entsprechend ist es durchaus möglich, dass wenn du z.B. die Schatten „Hass auf meine Mutter“ und „Schuldgefühle, weil mein Vater uns verlassen hat“ nicht auf arbeitest, irgendwann an Krebs erkranken wirst. Wie ich bereits schrieb: Dein Schatten sucht sich einen Weg, um dir klar zu machen, dass er da ist. Und wenn du auf die anfänglich schüchternen Klopfzeichen nicht reagierst, wird eben irgendwann die Tür eingetreten.

Nachdem ich dir in diesem Horrorszenarium gezeigt habe, welche Auswirkungen das Ignorieren des eigenen Schattens haben kann, möchte ich dir auch beschreiben, was dein Lohn sein wird. Das wohl größte Geschenk ist zunächst, dass du weißt, wer du wirklich bist und dich nicht länger vor dir selbst verstecken wirst. Du hast dem Schatten die Macht geraubt und bist nun in der Lage dein Leben wirklich zu bestimmen. Du weißt nun, woher du kamst und bist den Wurzeln deines Selbst näher gekommen.
Der Schatten kann den Großteil unserer Energie beanspruchen, welcher dir nun zusätzlich zur Verfügung stehen wird. Durch die Liebe zu dir selbst wird sich ebenfalls deine Verbindung zu den Göttern, besonders zur alten Weisen, vertiefen. Zudem ist Selbsterkenntnis der einzige Weg zur „Erleuchtung“ und ins „wahre“ Licht.
Des Weiteren ist es möglich, dass durch die Aufarbeitung von Schatten oder blockierten Gefühlen bereits bestehende Krankheiten geheilt werden. Wirkliche Heilung ist immer eine Selbstheilung.


Die Angst vor den eigenen Schatten


In meiner Arbeit mit den verschiedensten Menschen habe ich festgestellt, dass sich viele fürchten den „dunklen“ Aspekten ihres Seins zu begegnen. Der Einblick in die Tiefe der eigenen Seelen kann oftmals erschreckendes offenbaren. Aus Angst dieser „Schwärze“ gegenüber zu treten wird dieser Bestandteil des eigenen Ichs lieber feinsäuberlich unter Verschluss gehalten. Die Tatsache, dass wir uns hierdurch selbst verleugnen wird dann ohne weiteres außer Acht gelassen.
Ich möchte bestimmt nicht behaupten, dass es einfach ist seinem eigenen Schatten gegenüber zu treten. Ich hatte selbst unglaublich lange vor meinen Schatten Angst. Ich kannte sie und erkannte, wer ich auch bin. Diese Erkenntnis war verdammt hart. Es hat viele Tränen, viel Schweiß und verdammt viel Zeit gekostet, bis ich bereit war meine Schatten zu akzeptieren, mit ihnen zu arbeiten und sie zu einem anerkannten sowie vollwertigem Teil von mir zu machen. Es ist nicht leicht, nein. Doch wer wachsen möchte und eine ganzheitliche Wahrnehmung anstrebt kommt früher oder später in den Genuss dieser Thematik. Denn eine ganzheitliche Wahrnehmung schließt nun einmal auch unangenehme Bereiche des eigenen Seins ein. Lerne dich selbst zu lieben, und zwar mit ALLEN deinen Aspekten.


Von der Theorie zur Praxis

Nach der Theorie möchtest du nun wahrscheinlich mehr Informationen zur Praxis erhalten. Letztendlich ist es so, dass ich dir diesbezüglich nicht viel berichten kann. Der Schatten eines jeden Menschen unterscheidet sich von jenem des Nächsten. Daher gibt es auch keine allgemeingültigen Antworten, welche ich dir an dieser Stelle offenbaren könnte. Ich kann dir nicht sagen, was du in deinem Schatten vorfinden wirst oder wie du auf das Vorgefundene reagieren sollst. Dies ist eine Lektion, die nur du alleine meistern kannst.
Was ich dir jedoch bieten kann, ist ein Ritual, mit dessen Hilfe du den Weg in sowie aus deinem „dunklen“ Selbst finden kannst. Du findest dieses hier oder im Bereich der Ritualmagie. Bitte verstehe dieses Ritual lediglich als einen Anreiz, aus welchem du dein eigenes entwickeln kannst und auch sollst.


Die obligatorische Warnung

Schattenarbeit ist nichts für labile Menschen, die in ihrer Persönlichkeit (noch) nicht gefestigt sind. Jugendlichen in oder vor der Pubertät würde ich persönlich nicht empfehlen sich mit diesem Bereich der Magie zu beschäftigen. Dies liegt daran, dass ich der Ansicht bin, dass dieser Personenkreis seine Prioritäten auf sein Leben in der „realen“ Welt richten sollte, welches derzeit ziemlich aufregend sein dürfte. Zudem sollte zunächst eine solide theoretische und praktische Basis sowohl in schulischen, als auch in magischen Themen geschaffen werden.
Wenn du dich deinem eigenem Schatten stellen möchtest, solltest du tief verwurzelt im Erdreich sein und Vertrauen in deine Fähigkeiten haben. Die in Anspruchnahme eines geeigneten Therapeuten oder Heilpraktikers kann dir deinen Weg erleichtern. Vielen Menschen behagt dieser Schritt nicht, doch er hat sich in einigen Fällen als erforderlich erwiesen. Ich sprach bereits darüber, dass du zur Schattenarbeit deine Wurzel tief ins Erdreich graben solltest. Dies bezieht sich auch darauf, dass zum Zeitpunkt der Arbeit in sowie mit deinem Selbst, dein Umfeld nicht ein einziges Chaos darstellen sollte. Der Rückhalt, in z.B. der eigenen Familie oder dem Freundeskreis, kann als Unterstützung sehr hilfreich sein. Diskrepanzen hingegen werden durch die Arbeit mit den Schatten oftmals verstärkt und verschlimmern deine aktuelle Situation in der „realen“ Welt, wodurch dir schnell der Boden unter den Füßen fort gerissen werden kann.
Beim Praktizieren von Schattenarbeit ist es hilfreich magische Grund- sowie Trancetechniken sicher zu beherrschen. Erfahrungen in der Anderswelt können gut Orientierungspunkte darstellen.

Natürlich ist es möglich, dass wir auf unseren Wegen auf einmal mit unseren Schatten konfrontiert werden, ohne ein Zusammentreffen angestrebt zu haben. Und manchmal ist es einfach erforderlich diesen Pfad zu gehen, auch wenn man noch nie magisch gearbeitet hat. Wenn dies der Fall sein sollte, dann gibt es dafür einen Grund und leider keine Möglichkeit sich in ein Schneckenhäuschen zurückzuziehen und zu warten, bis das Unwetter vorüber gezogen ist.
Eine gute Freundin hat mir einmal gesagt, dass die Götter uns nur soviel zu tragen geben, wie wir auch tragen können. Manchmal sind wir diesbezüglich sicher anderer Meinung und mache Menschen scheinen eine Packesel-Qualität zu besitzen. Aber es ist wirklich so. Das heißt, dass du auch in solchen Situationen diesen Weg gehen kannst und in dir die Fähigkeit besitzt ihn zu meistern. Gerade in diesen Fällen kann die Unterstützung vom kompetenten sowie vertrauenswürdigen Ansprechpartnern (Therapeuten, Ärzte, Heilpraktiker) sehr wichtig sein. Wenn du Hilfe brauchst, dann hole sie dir und nehme sie an!

Quellen

 

Schattenarbeit
Schutz für Fortgeschrittene

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