... Schutz für Fortgeschrittene ...

Einführung

Befinden sich Menschen am Anfang ihres magischen Weges lernen sie oftmals zunächst, wie wichtig es ist sich zu schützen. Die Literatur vermittelt uns mannigfaltige Möglichkeiten hierzu. Diese greifen auf reine Energiearbeit zurück, können jedoch auch u.a. in Verbindung mit Amuletten, Räucherwerk, Heilsteinen, Kräutern und Symbolen stehen. Besonders für Menschen, die diesen Weg alleine gehen, ist es sinnvoll sich mit dieser Thematik auseinander zusetzen.
Die folgenden Zeilen setzten sich mit dem Thema Schutz auf eine etwas andere Art und Weise auseinander. Diese eignet sich in erster Linie für Personen, die in ihrer (magischen) Entwicklung fortgeschritten sind. Der Ansatz wird vermutlich für viele neu sein, auch wenn er es nicht ist. Er stellt eine Herausforderung dar, an der man wachsen kann. Um zum eigentlichen Thema zu kommen, sind meines Erachtens ein paar grundlegende Erläuterungen sinnvoll, durch die du dich nun quälen kannst oder sie einfach überspringst. Viel Spaß dabei. ;o)


Eine Welt der Abhängigkeiten

Unsere Umwelt hat zumeist ihre Verbindung zu ihren Wurzeln und zur Magie verloren. Unsere Welt ist geprägt von einer Separierung der Verhältnisse, geprägt von der Bildung von Polaritäten: Weiblich und männlich, Tag und Nacht, reich und arm, strukturgebend und destruktiv, gut und böse.
Wir leben in einer Welt der Abhängigkeiten. Bei unserer Geburt sind wir abhängig von anderen Menschen, um zu überleben. Im Alter sind wir auf die Hilfe und Pflege anderer Menschen angewiesen, um zu überleben. Und dazwischen? Ja, dazwischen sind wir noch viel abhängiger. Wir sind abhängig von unserem Arbeitgeber oder vom Staat, damit wir Geld erhalten um davon unser Leben bezahlen zu können. Wir sind abhängig davon, dass die Stromkonzerne unseren Haushalt mit elektrischer Energie versorgen, von den Lebensmittelläden, von denen wir unser Essen erwerben, von Bekleidungsunternehmen, von denen wir unsere Kleidung erhalten, von Nachrichtendiensten, die uns Informationen zukommen lassen, von Autos, die uns zu unserer Arbeit bringen. Manche Menschen sind Abhängig von der Mikrowelle, von Alkohol, dem Computer oder der elektrischen Zahnbürste.
Wir verlassen uns darauf, dass der Staat im Alter für uns sorgt und die Krankenkasse wenn wir krank sind. Wir verlassen uns auf die Diagnosen von Ärzten, ohne eine zweite Meinung einzuholen. Wir verlassen uns darauf, dass die Regale im Lebensmittelladen morgen auch wieder gefüllt sein werden, dass die Bahn kommt (…), Wasser aus dem Wasserhahn läuft und das Licht angeht, wenn wir einen Schalter bedienen. Viele Menschen wären vollkommen überfordert damit ihr eigenes Gemüse an zu bauen, ein Tier zu schlachten oder Kleidung an zu fertigen. Für manche Personen stellt Essenszubereitung, welche über das Bedienen eines Dosenöffners hinausgeht, ein Akt der Unmöglichkeit dar.
Täglich sind wir abhängig, werden beschränkt, bevormundet und gelenkt. Wir geben gerne die Verantwortung für unser Handeln ab, verlassen uns auf Dinge, die wir als selbstverständlich erachten und Abends gibt es dann noch als Höhepunkt des Tages das Bierchen vorm Fernseher – Fußball als Kulturprogramm.
(Natürlich gibt es unzählige Ausnahmen dieser überspitzen Darstellung.)

Was hat das nun mit Magie und vor allen Dingen mit Schutz zu tun?

Nun, Magie fordert uns vor allen Dingen auf Verantwortung zu übernehmen. Wer magisch arbeitet muss Verantwortung für sich selbst und für seine Handlungen tragen. Er muss sich in erster Linie auf sich und seine magischen Fähigkeiten verlassen können.
Dies trifft besonders für Personen zu, die alleine praktizieren. Hierbei ist jedoch anzumerken, dass sie oftmals schneller lernen Verantwortung für sich zu übernehmen, als in Gruppen arbeitende.

Aber wie soll das funktionieren, wenn wir von klein auf abhängig sind, wenn wir lernen, dass es Normal ist abhängig zu sein und sich auf andere Instanzen zu verlassen? Wie soll das funktionieren, wenn Menschen von der Gesellschaft schief angesehen werden, wenn sie für ihre Rechte einstehen und auf die Straße gehen um zu protestieren?
Menschen brauchen Halt. Viele Menschen trauen sich selbst und ihren Fähigkeiten nicht. Viele Menschen sind nicht selbstbewusst. Sie tragen durch ihr Leben viele Narben auf ihrem Herzen, die sie daran hindern wirklich zu vertrauen. Sie lassen sich zwar in ihrem täglichen Leben von allem abhängig machen, doch vertrauen sie anderen Menschen oder einer höheren göttlichen Instanz wirklich? Nö. Nie! Aber, beim Staat, den Strom- und Erdölkonzernen ist das ja was vollkommen anderes. Klar.
Nun wollen wir also magisch arbeiten, und sollen auf einmal Verantwortung übernehmen, für uns einstehen, uns selbst vertrauen. Das Ergebnis ist meist eine unterbewusste Überforderung. Wo ist der Halt? Was stützt uns? Und genau an diesem Punkt kommen die Schutztechniken ins Spiel.
Schutztechniken sind besonders für Anfänger wichtig und zwar meistens nicht, um sie vor externen Instanzen zu schützen, sondern vor sich selbst! Schutztechniken sind wichtig, weil wir Halt brauchen, weil wir erst nach und nach Vertrauen in uns selbst und in unsere Fähigkeiten aufbauen müssen.
Und Schutztechniken geben uns diesen Rückhalt, vermitteln uns ein Gefühl von Geborgen- und Sicherheit, in dem wir wachsen können, bis wir in der Lage sind diesen Mantel abzulegen.
Ein liebe Bekannte sagte mir einmal, dass sie es nicht verstehen würde, warum einige magisch arbeitende Menschen so viel Wert auf Schutztechniken legen würden. Sie selbst geht ihren Weg von Beginn an in einem Zirkel, in welchem Schutz nicht priorisiert wird. Man kann übrigens bei vielen Zirkeln mit längeren Traditionen sehen, dass sie im Vergleich zu alleine Praktizierenden wesentlich weniger auf Schutz eingehen. Nun, ich habe ihr erklärt, dass das für mich vollkommen logisch ist. Menschen, die alleine magisch arbeiten, können sich nur auf sich verlassen. Sie brauchen einen Fixpunkt, an dem sie sich halten können. Diesen Stellen Schutztechniken dar. Anfänger, die in einem Zirkel arbeiten vertrauen zumeist den erfahrenen Personen des Kreises. Diese Stellen den Fixpunkt dar. Mein „Mentor“ wird schon wissen, was er tut und mich im Notfall beschützen. Und genau das ist eben bei allein praktizierenden nicht möglich und so sind Schutztechniken gerade für sie so wichtig.


Schutz für Fortgeschrittene

Wie kann nun eine Schutztechnik für Menschen, die bereits auf ihrem magischen Weg zu den Fortgeschrittenen zählen aussehen?

Ganz einfach, der Schutz besteht darin sich nicht zu schützen.

Vermutlich werden sich nun einige Menschen fragen, ob ich komplett den Verstand verloren habe. Doch dem ist nicht so. Glaube ich. ;o)


Worauf beruht diese Aussage?

Nun, ganz einfach, wir alle wissen, dass gleiche Energien sich anziehen. Daher umgeben uns zumeist die Energien, die unseren eigenen Energien entsprechen. Warum sollten wir uns also vor Energien schützen, die unseren eigenen gleichen?

Hieraus ergibt sich ein anderer interessanter Gedankengang:
Wenn uns permanent Energien umgeben, die wir als „negativ“ wahrnehmen und von denen wir glauben, das sie uns schaden, wir aber wissen, dass wir Energien anziehen, die unseren eigenen entsprechen, resultiert hier aus, dass wir uns äußerst intensiv fragen sollten, ob wir nicht von unserem Weg abgekommen sind. Wir sollten diese Form der Warnung viel mehr Beachtung schenken und uns in diesen Momenten auf uns selbst besinnen. Schattenarbeit kann uns helfen dem „Problem“ auf den Grund zu gehen, denn zumeist liegen sie in uns selbst.

Ein weiterer Gedankengang, der begründet warum man sich nicht schützen muss:
Wenn ich in einem Ritual Energien anrufe und ich mich vor ihnen schützen muss, weil sie mir nicht „gut tun“, sollte ich mir vielleicht eher Gedanken darüber machen, ob ich mich gerade nicht auf dem Holzweg befinde. Wenn diese Energien mir schaden und ich mich deshalb vor ihnen schützen muss, warum arbeite ich dann überhaupt mit ihnen? Ist das überhaupt sinnvoll? Wohl eher nicht.
Wenn ich aber in einem Ritual Energien beschwöre, dir mir entsprechen und mir daher auch positiv gesinnt sind, warum sollte ich mich vor ihnen schützen?
Warum soll ich mich von etwas abgrenzen, was mir „gut“ tut? Das ist doch unlogisch.

Nun wird vielleicht der Einwand kommen, dass man auch von anderen Menschen oder Wesen auf energetischer Ebene angegriffen werden kann. Selbst hier ist es nicht erforderlich sich zu schützen. Warum nicht?
Ganz einfach, erstens haben andere Menschen und Wesen nur so viel Macht über dich, wie du sie ihnen gibst. Gebe ihnen nicht die Macht, und sie sind nicht in der Lage dich zu treffen.
Meistens ergeben sich Angriffe ja nicht aus heiterem Himmel, sondern aus zwischenmenschlichen Konflikten. Diese kann man zum Einen ganz einfach auf weltlicher Ebene lösen. Sollte dies nicht geschehen und es werden magische Angriffe zelebriert, können sie zum Anderen nur dann greifen, wenn die Person durch ihre emotionale Verbindung, Tore öffnet, durch welche die Energien dringen können. Hierbei kann es sich beispielsweise um Trauer, Angst, Zorn oder Wut handeln. Energien brauchen immer einen Fixpunkt, ein Ziel, an welches sie sich heften können, ein Schlupfloch, durch welches sie in deinen eigenen Energiehaushalt eindringen und dort schaden können.
Schließe mit einem Thema ab, arbeite deine Gefühle auf, lasse sie schwingen und vergebe. Im Anschluss wirst du schlicht und ergreifend keine Angriffsfläche mehr aufweisen, über welche du getroffen werden kannst.
Das sieht dann bildlich gesprochen so aus, dass ein ICE auf dich zu rast und geschwind an dir vorbei oder durch dich hindurch braust, ohne anhalten und dabei Schaden verursachen zu können. Die Energien können dich nicht treffen, weil es nichts gibt, das ihnen dies ermöglichen würde. Hast du schon einmal versucht Luft mit einem Pfeil zu erschießen? Es geht ganz einfach nicht.
Vielleicht ist diese Sichtweise ungewohnt, doch es funktioniert.


Risiken & Nebenwirkungen


Diese Art des Schutzes ist nicht unproblematisch und birgt einige Risiken. Zum Einen ist es nicht unbedingt leicht eine emotionale Basis zu schaffen, die keine Angriffsfläche aufweist. Besonders, wenn die Ursache der Angriffe zwischenmenschlicher Natur sind. Es ist oftmals nicht leicht sich seinen eigenen Gefühlen zu stellen und diese wirklich schwingen zu lassen. Doch nur Gefühle, denen wir ihren angemessenen Raum zum wirken zugestehen, können sich auch wirklich auflösen. Gefühle sind die stärksten Energieträger. Man sollte niemals ihre Macht unterschätzen und auch nicht unsere Verdrängungsmechanismen. Diese können uns einen wunderschönen Strich durch die Rechnung ziehen.

Zudem kann es einem Menschen manchmal verdammt schwer fallen zu vergeben. Doch gerade Vergebung kann ein entscheidender Faktor bei dieser Technik sein. Es ist nicht immer leicht anderen Menschen wirklich zu vergeben.
In einem meiner Lieblingsbüchern „Dienstags bei Morrie“ von Mitch Albom bereut Morrie, dass er erst lange nach dem Tod seines Vaters diesem vergeben hat. Er sagt, dass man JETZT vergeben muss. Es gibt nichts, was man nicht vergeben kann.
Nicht zu vergeben heißt auch immer sich selbst der Vergebung zu berauben.

Des Weiteren erfordert dieser Weg tiefes, vollkommenes Vertrauen. Diesen Faktor sollte man in Anbetracht der Ausführungen am Anfang dieses Artikels nicht unterschätzen. Warum ist es bei dieser Technik so wichtig zu vertrauen?
Stell dir vor, du stehst vor einem Berg. Eine Schlammlawine rast laut tosend auf dich zu. Bäume zerbersten. Die Erde grollt. Du weißt, dass dich die Lawine erfassen wird, wenn du hier stehen bleiben wirst.
Die natürliche Reaktion wäre nun fortzulaufen und sich in Sicherheit zu bringen. Angst erfüllt uns, Adrenalin pulsiert durch unsere Adern, wild schlägt das Herz. Magische Angriffe können hiermit verglichen werden. Doch anstatt fortzulaufen solltest du nun auf einmal stehen bleiben. Du darf keine Angst verspüren, denn dann bietest du wieder eine Angriffsfläche. Entspannt die Lawine auf sich zu rollen zu lassen und ihr gelassen ins Auge zu blicken erfordert verdammt viel Vertrauen. Sobald du beginnst zu zweifeln hast du im Grunde schon verloren.

Du siehst also, dass es nicht einfach ist, diesen Weg des Schutzes zu gehen. Die meisten Probleme bei dieser Technik verursachen wir selbst und daher ist es auch so schwer sie anzuwenden. Es hört sich so leicht an, sich einfach nicht zu schützen und seine Angriffsflächen zu eliminieren. Doch das ist es nicht.
Trifft ein magischer Angriff auf eine vollkommen ungeschützte Person, kann dies natürlich recht schmerzhaft werden. Das ist in dem Moment auch einer der größten Nachteile, den dieser Weg aufweist. Man muss selbst sehr gut einschätzen und reflektieren können, um nicht in diese Position zu gelangen. Daher richtet sich diese Technik auch an Fortgeschrittene.
Letztendlich kann es aber auch eine sehr interessante Erfahrung sein einmal eine volle Breitseite verpasst zu bekommen. Man sollte also in der Lage sein zumindest den ersten Schlag einstecken zu können, ohne gleich zu Boden zu gehen.

Doch nicht nur für jene Person, die diesen Weg des Schutzes geht, kann es unangenehm werden. Was machen Energien, die ihr Ziel verfehlen? Richtig, sie suchen sich ein anderes Ziel und dies ist meistens die Person, die die Energien ausgesendet hat. Wir alle kennen die Aussage, dass alles, was wir aussenden, dreifach auf uns zurückfällt. Über die Anzahl lässt sich nun streiten, aber über das Prinzip an sich wohl weniger.
Das Ergebnis dieser Schutztechnik kann also so aussehen, dass die Person, die den „Angriff“ ausübt, im Anschluss mit den zurückfallenden Energien nach diesem Prinzip und zusätzlich noch mit den Ausgesendeten fertig werden muss. Nebenbei wird dann noch das Karma verdreckt und oftmals fällt dem „Angreifer“ noch nicht einmal auf, dass er sich im Grunde selbst die Nase grün und blau schlägt. Hieraus kann ein galanter Teufelskreis entstehen. In dem Moment tut mir persönlich der „Angreifer“ schon wieder sehr leid.


Und die Vorteile?


Nun zum Einen können Schutztechniken unsere eigene Wahrnehmung trüben. Wir nehmen Dinge nicht in ihrer Komplexität wahr, da z.B. die Schutzblase bestimmte Aspekte filtert, die jedoch wichtig sein können.
Generell kann man im ungeschützten und doch geschützten Zustand wesentlich leichter Visionen empfangen und mit Wesenheiten kommunizieren. Gewisse Blockaden müssen einfach nicht überwunden werden.
Zudem stehen uns für die eigentliche magische Arbeit wesentlich mehr Energien zur Verfügung, da wir diese nicht noch zusätzlich für den Schutz verwenden müssen.

 

Quellen

 

Schattenarbeit
Schutz für Fortgeschrittene

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