... Die Wächter ...
Bewarer, Beschützer, Begleiter

Zu Beginn dieser Ausführung zum Thema "Wächter" möchte ich darauf hinweisen, dass sich der folgende Text ausschließlich auf menschliche und nicht auf feinstoffliche Wächter, wie z.B. Drachenwächter, Wächter der Himmelsrichtungen oder der Elemente bezieht.

Im Grunde sagt die Bezeichnung jener Wesen schon fast alles über ihre Tätigkeit aus. Wächter sind Menschen, die etwas Bestimmtes bewachen. Ihre Aufgabe ist und war es magisch Wirkende, wie z.B. Hexen oder Priester, heilige Stätten, besondere Schriftstücke sowie Gegenstände zu beschützen und so ihre geistigen Werte sowie ihr Wissen zu bewahren.
Bei Ritualen hielten sie sich z.B. außerhalb des Schutzkreises auf und durchstreiften das Gebiet um den heiligen Platz. Sie suchten nach möglichen Gefahren, wie z.B. wilde Tiere und Krieger oder Schlächter anderer, negativ gesinnter Stämme. Gegen diese gingen sie vor, um so die Priester und Priesterinnen ihres Hains vor Schaden zu behüten. Mit dem Einzug des Christentums und dem Beginn der systematischen Verfolgung sowie der Zerstörung der alten Religion wurden die Wächter immer wichtiger. Sie beschützten uns Hexen z.B. bei Sabbaten vor der Inquisition und gaben oftmals ihr Leben, um ihren Schützlingen die Flucht zu ermöglichen.
In alten Zeiten wurden die Wächter in zwei Hauptbereichen eingeweiht, wodurch sie in der Lage sein sollten ihre Aufgabe optimal zu erfüllen. So wurden sie zunächst in der Kampfkunst unterrichtet und lernten vornehmlich den Umgang mit dem heiligen Schwert sowie dem Bogen. Hierdurch war es ihnen möglich ihre Schützlinge vor den weltlichen Gefahren zu beschützen. Um ihr Amt jedoch erfolgreich ausführen zu können wurden sie ebenfalls in magischen Schutz- sowie Angriffstechniken unterrichtet, um auch gegen feinstoffliche Wesenheiten gewappnet zu sein. Oftmals war es ihnen jedoch untersagt ein tiefer greifendes Studium der Magie aufzunehmen.
Die meisten Wächter "dienen" ein Leben lang einem bestimmten Zirkel oder Hain, wobei sie sich diesen selbst erwählt haben. Einige von ihnen haben jedoch nur einen Menschen als Aufgabe gesandt bekommen.
Wächter konnte und kann man auf zwei verschiedenen Wegen werden. Die meisten Wächter wurden und werden von den Meistern ihrer Zunft in Zirkeln oder Hainen ausgebildet. Eine traditionelle Ausbildung umfasst meinen Informationen nach 7 Jahre, in welchen die Wächter in den Grundlagen der Magie und in den oben beschriebenen Bereichen unterwiesen werden. Natürlich hat sich die Ausbildung der Wächter mit den Jahrhunderten und den neuen Herausforderungen verändert. So ist die Kunst des Schwertkampfes zu Gunsten von waffenlosen Kampftechniken, wie z.B. Karate und Judo, in den Hintergrund getreten. Doch auch heute noch wird großer Wert auf die traditionellen Kampfkünste gelegt.
Neben dem Studium zum Wächter in Zirkeln oder Hainen können Menschen auch als Wächter geboren zu werden. In einigen Familien wird dieses Schicksal von Generation zu Generation weitervererbt. Dies offenbart sich oftmals nach oder zum Ende der Pubertät. Geborene Wächter tragen das nötige Wissen für ihr Handwerk von Beginn ihrer Existenz in diesem Leben in sich. Durch die Erfahrungen aus den vergangenen Leben, können sie ( gefährliche ) Situationen richtig einschätzen und erkennen frühzeitig was zu tun oder zu lassen ist. Oftmals müssen sie sich nur an das bereits vorhandene Wissen erinnern und sind in der Lage instinktiv das Schwert richtig zu führen.
Sicherlich ist die Frage angebracht, warum man in der heutigen Zeit überhaupt Wächter benötigt. Die Zeit der Inquisition ist schon lange vorüber, in den wenigsten Wäldern braucht man sich noch vor wilden Tieren zu fürchten und Pfefferspray ist fast überall erhältlich.
Doch auch heute schützen Wächter den magischen Bezirk sowie andere Menschen bei dem zelebrieren von Ritualen. Eine ihrer Aufgaben in unserer Zeit ist es darauf Acht zu geben, dass der Schutzkreis energetisch stabil ist und ihn mit zusätzlichen Kräften zu stärken, wenn etwaige Störungen auftreten. Außerhalb des heiligen Raumes überwachen sie zu dem die Struktur der Energien im Kreis und teilen diese den Zelebrierenden mit. Zu dem versuchen sie angreifende Wesenheiten abzuwehren oder warnen die Priesterinnen sowie Priester vor ihnen. So können sich die wirkenden Personen vollkommen auf ihre Arbeit konzentrieren. Zu dem kümmern sich die Wächter um neugierige Schaulustige, wenn diese ein Ritual, welches an einem öffentlichen Platz zelebriert wird, behindern oder in es eingreifen wollen.
Die Aufgabe der Wächter umfasst auch den Schutz von Wirkenden vor sich selbst. Ist der Wächter der Ansicht, dass eine Person einer bestimmten Situation nicht mehr gewachsen ist und er ihr nicht den benötigten Rückhalt bieten kann, so hat er das Recht aus Gründen der Sicherheit in das Geschehen einzugreifen und z.B. die Evokation abzubrechen. Diese "Überwachung" kann vor allen Dingen bei Astral- oder Trancereisen sehr nützlich sein.
Auch in unseren Tagen sind die Aufgaben der Wächter also sehr umfangreich und nicht zu verachten. Es ist wichtig, dass man sie mit dem nötigen Respekt behandelt und ihre Arbeit schätzt. Ich persönlich finde es sehr schade, dass dieses Geschlecht langsam ausstirbt.

Ich möchte noch darauf hinweisen, dass es heute nicht mehr zwingend erforderlich ist, einen Wächter im Zirkel oder Hain zu haben. Gerade freifliegenden Hexen fällt es schwer einen persönlichen Wächter zu finden oder von ihm gefunden zu werden. Daher ist es besonders wichtig sich auf die eigenen Fähigkeiten verlassen, sich selbst richtig einschätzen und die Techniken zum eigenen Schutz sicher beherrschen zu können.

Quellen

 

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