... Kessundra ...
von nevia Gaea

In einem fernen Land, das weit von hier und lange, lange vor unserer Zeit liegt, damals als das Wünschen noch geholfen hat, war die Welt von Hexen und Zauberern, von Elfen und Kobolden, von Feen und Zwergen, von guten und bösen Geistern bevölkert. Jeder Achtete den anderen , Angst, Leid und Verzweiflung kannte niemand, bis zu jenen Stunden, die die düstersten in der Geschichte Kessundras werden sollten...
Die Nacht war kalt und ungemütlich gewesen. Dichte, schwarze Gewitterwolken hatten den Nachthimmel verdeckt, an dem kein Stern sein Antlitz gezeigt hatte. Düstere, unheimlich wirkende Nebelschwaden, die Tieren glichen, waren durchs schlafende Land gezogen. Es hatte eine Totenstille geherrscht und ein unbeschreibbares Gefühl der Unruhe und der Angst hatte die Menschen in den Schlaf gewiegt.
Ein leises, dumpfes Grollen, das aus dem Erdinnern empor zu kriechen schien, ersetzte die mit einer bösen Vorahnung durchwobene Stille der Nacht...
Als diese ihr abgrundtiefstes schwarz erreicht hatte, ertönte ein markerschütternder Donnerschlag, der die Menschen aus dem Schlaf riss und sie  in der Tiefe ihres Inneren erschaudern ließ. Blitze zischten über das verstummte Land hinweg, Windböen rissen alles mit sich, was sich ihnen in den Weg stellte, Flüsse traten über die Ufer und überschwemmten weite Teile des Landes.
Die Prophezeiung erfüllte sich und er ward geboren. Er, der Sohn des Todes und der Zerstörung. Er, der Leid und Unglück über das Land bringen sollte. Er, der mit Genuss vom Blut seiner Opfer trinkt, er , der niemals vergibt, er, der das Licht scheut. Er...

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