... Die Birke ...

Die fröhliche Birke gehört zu jenen Bäumen, die oftmals selbst im ödesten Erdreich gedeihen. Im Frühling ist sie eine der Ersten, die den Winterschlaf hinter sich lassen und munter Blätter gedeihen lässt. Daher steht sie unter anderem für die Wiedergeburt, für das Erwachen neuen Lebens.
Die Birke ist ein „Lichtbaum“ und kann somit nur in lichtdurchfluteten Wäldern leben. Ihre silbrig-weiße Rinde reflektiert das Sonnenlicht und ihre Äste bleiben sehr lange biegsam sowie flexibel. So symbolisiert dieser Baum die Jungen.

Die Birke steht für den Anfang. Dieser Moment ist immer etwas ganz besonderes, doch lassen wir ihm selten die nötige Ehrerbietung zukommen. Der Anfang markiert, genau wie das Ende, einen entscheidenden Wendepunkt, in allem was ist. Bevor wir etwas Neues beginnen, ist es wichtig, dass wir unser Tun in ein sicheres Fundament betten. Wir müssen bereit sein die nötigen Vorarbeiten zu erledigen, um dann einen soliden Grundstein legen zu können. Die Birke lehrt uns die nötige Aufmerksamkeit auf diese ersten Schritte zu lenken. Sie weist uns darauf hin, dass ein guter Anfang meist zu einem guten Ende führt. Wir müssen also wieder lernen diese Schritten bewusst zu gehen und sie als das wahrzunehmen, was sie sind: ein magischer Moment, der so gut wie möglich vorbereitet sein sollte, um das Beste aus ihm zu machen. Zu dieser Vorbereitung gehört auch, dass wir vom Alten, Verbrauchten sowie negativ Belasteten abstand nehmen und diese Energien loslassen. Ein Anfang sollte immer reinen Herzens, voller frischer Energie und frohen Mutes gemacht werden.

Kein Wunder, dass die Birke bei dieser Symbolik besonders eng in Verbindung mit dem Frühling und seinen Bräuchen steht. Der Frühling markiert im Jahr das Überwinden des Vergangenen, der entbehrungsreichen Winterzeit und natürlich den Neuanfang, das Erwachen des Lebens. Einige Frühlingsbräuche, die in Verbindung mit der Birke stehen, findest du weiter unten.

Die Birke wurde zum Schutz, insbesondere von Kindern, und zum vertreiben von bösen Geistern eingesetzt. Der Baum sollte besonders Neugeborene sowie Kleinkinder in den ersten Lebensjahren vor Krankheiten und allem Negativen bewahren.

Die Birke verfügt zudem über stark reinigende Fähigkeiten. So ist es kein Wunder, dass sie noch heute in vielen Reinigungsriten involviert wird.

Bereits unsere Ahnen machten sich diese Eigenschaft der Birke zu Nutze und setzten sie zum Vertreiben der bösen Dämonen ein. Hierfür wurde der Boden des „befallenen“ Ortes mit Birkenruten geschlagen oder es wurden Birkenbüschel verbrannt. Negative Kräfte wurden oftmals mit Birkenbesen aus der guten Stube gekehrt.

Auch Geisteskranke und Kinder wurden mit sollten Ruten geschlagen, vermutlich um Dämonen, die Ungehorsamkeit oder den Wahnsinn verursachten, zu verscheuchen...

Der Besen einer Hexe wird traditionell aus Birkenholz gefertigt. Das helle Holz dieses Baumes sollte den Hexen den Weg weisen und diesen erhellen. Die schützende sowie reinigende Wirkung des Holzes unterstützt die praktizierende Hexe perfekt bei der Arbeit mit dem Hexenbesen. Die Kräfte der Birke verstärken durch ihre Analogie die Macht des Besens in Bezug auf Reinigung (nicht im Sinne von putzen!;-)) und das Vertreiben von negativen Energien.


Die Birke in Verbindung mit Göttern

Die Birke steht unter der Herrschaft des Planteten Venus, und symbolisiert daher die Liebe in allen Formen sowie Farben. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass viele Götter, die mit diesem Baum in Verbindung gebracht werden, auch Aspekte der Liebe oder Fruchtbarkeit repräsentieren.

Aufgrund der schlanken und doch wiederstandsfähigen sowie biegsamen Form der Birke, wird diese von einigen Menschen in Verbindung mit dem jungfräulichen Aspekt der großen Göttin gebracht.

Die Griechen betrachteten die Birke im Zusammenhang mit dem Aspekt der Lehrerin der Göttin Ariadne. Sie glaubten, dass dieser Baum die Göttin im Vermitteln ihres Wissens über das Leben unterstütze.

Die Völker des Nordens brachten die Göttin Frigg in Verbindung mit der Birke. Diese Göttin steht unter anderem für die eheliche Liebe. Auch Freya, die Göttin der Fruchtbarkeit, stand im engen Zusammenhang mit diesem Baum.

Die Birke wird nach walisischen Überlieferungen ebenfalls der Eulengöttin Blodeuwedd zugeordnet.

Bräuche, Traditionen und Volksglaube rund um die Birke

Kinderwiegen aus Birkenholz sollen Neugeborene vor Krankheiten und negativen Energien beschützen.

Hexenbesen werden aus unter anderem aus Birkenholz hergestellt.

Der Maibaum besteht aus Birke, und wird mit bunten Bändern, Eiern, Brezeln sowie Kuchen behängt. Er wurde in der Mitte des Dorfplatzes aufgestellt, damit die Frühlingsgöttin die Familien segnete.

In Russland wurde zu Pfingsten ein schöner Birkenbaum von den Bewohnern eines Dorfes auserwählt. Dieser wurde dann mit Frauenkleidern geschmückt. Nach einem Fest, hierbei wurde dem Baum etwas vom Mahl geopfert, wurde sie dann gefällt. Nachdem sie unter fröhlichen Gesang in das Haus getragen wurde, behandelte man die Birke zwei Tage wie einen Gast. Am dritten Tag wurde dann die Birke dem nächstgelegenen fließenden Gewässer übergeben, um so alle negativen Einflüsse von der kommenden Ernte abzuwenden und um die Fruchtbarkeit der Felder zu fördern.

Ein weiterer Frühlingsbrauch war es, dass junge Männer aus jungen Birkenästen so genannte Lebensruten banden. Anschließend zogen diese durch das Dorf und „pfefferten“ (schlugen) die anderen Dorfmitglieder, vor allen Dingen die jungen Frauen, mit den Ruten. Wer mit einer Lebensrute geschlagen wurde, sollte dann vor Krankheiten im kommenden Jahr sicher sein.

In der Nacht zu Beltane war es ein Brauch, dass junge Männer ihren Angebeteten ein kleines Birkenbäumchen vor das Haus stellten. Dies galt als Zeichen seiner Liebe, sowie als Heiratsantrag.

Mit der Birke wurde die Grenze des eigenen Landes markiert. Das Holz wurde hierzu in die Erde geschlagen. Durch das Schlagen sollten ebenfalls böse Geister, die sich auf dem eigenen Grundstück niedergelassen hatten, vertrieben werden.

Die Rune Berkana steht für die Birke.

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Quellen