… Die Erle …

Die Erle liebt dass Wasser und wächst so dicht wie nur irgend möglich am kühlen Nass. Schön feucht muss es für die Dame sein und je mehr Wurzeln von ihr baden können, desto besser! Kein Wunder, dass Erlen zumeist an Bächen, Flüssen, Seen oder in Moorlandschaften zu finden sind. Erlen gedeihen „Zwischen den Welten“, zwischen Wasser und Erde. Noch nicht einmal das Holz der Erle verfault im Wasser, und so wurden große Teile von Venedig auf Erlenpfosten gebaut. Kein Wunder also, dass dieser Baum Aspekte des Wassers symbolisiert. Die Erle offenbart uns hierbei zwei Gesichter des Elementes. Zum einen zeigt sie uns die zerstörerischen sowie todbringenden Kräfte des alles verschlingenden Wassers aber auch jene der Wiedergeburt, des Lebens und der Fruchtbarkeit. Von daher dürfte dieser Baum besonders für „Wassermenschen“ ein interessanter Gefährte sein um noch tiefer in die Tiefen des kühlen Nass, deiner eigenen Gefühle sowie Seele zu gleiten.

Dadurch, dass die Erle zwischen den Welten, an den Grenzen zwischen Land und Wasser gedeiht, ist sie die Hüterin der Schwelle. Im dunklen, nebligen Reich der Erle liegen die Pforten zur Anderswelt, dort tanzen Wassergeiste, Irrlichter, Feen, Erlkönige und Moorgnome. Das wussten schon unsere Ahnen und mieden daher diese verwunschenen Gegenden des Nachts auszusuchen. Die Erle kennt die gewundenen Wege in diese verzauberte Welt und kann uns lehren auf diesen Pfaden zu wandeln. Besteht man ihre Prüfungen unterweist sie uns gerne in ihrem Wissen. Bist du also auf der Suche nach der Anderswelt, dann wende dich in einer Meditation im Schatten einer alten Erle an sie.

Aus keltischen Mythen erfahren wir, dass unsere Ahnen aus Erlenholz Palisaden fertigten. Diese Verwendung der Erle weißt bereits deutlich auf ihre Symbolik hin. So steht die Erle in für Verteidigung. Die Energien der Erle nutzen hierbei zumeist eine sanfte Form der Verteidigung und greifen nur im äußersten Notfall auf härtere Mittel zurück. Man sollte sich mit diesem Baum jedoch nicht anlegen, denn seine Kräfte können durchaus erschreckende Züge annehmen.

Die Erle lehrt uns aber auch, wie wichtig es ist sich selbst, seine Ideale und jene Dinge, die einem Wichtig sind, zu verteidigen. Unser Inneres weiß, wann etwas unsere Grenzen ungewollt überschreitet. Moralvorstellungen, Werte, der eigene Glaube, Alles verpufft, zerfällt zu Staub, wenn man nicht bereit ist für diese Dinge zu kämpfen. Wir dürfen Überschreitungen unserer persönlichen Grenzen nicht einfach hinnehmen, sondern müssen in diesem Moment bereit sein für uns selbst einzutreten und den Mut haben uns selbst sowie unsere Ansichten vor anderen Menschen zu verteidigen. Und jeder, auch du, ist durchaus in der Lage dies zu tun. Die Erle zeigt uns wie und unterstützt uns mit ihren Energien. Sie webt für uns einen Schutzzauber, in den wir uns hüllen können. Trotzdem müssen wir immer bereit sein diese Schritte zu gehen.


Die Erle in Verbindung mit Göttern

Die Erle steht im Zusammenhang mit dem keltischen Gott Bran, der unter anderem schützende Aspekte verkörpert. So wird in der walisischen Legende „Die Schlacht der Bäume“ davon berichtet, dass die Gefolgsleute des Bran als Zeichen ihrer Treue Erlenzweige trugen.
Zudem wird der griechische Meeresgott Poseidon mit der Erle in Verbindung gebracht. Sowohl Gott, als auch Baum, lieben das Wasser. Zudem sorgte Poseidon, analog zur Erle, für die Verteidigung des Landes.
Des Weiteren soll die Erle dem griechischen Gott Cronos geweiht sein. Cronos war der Gott der Zeit und besaß den Beiname Fearinus. Interessanterweise ähneln sich die Namen des Gottes, sowie die Bezeichnung der Erle im Ogham (Fearn) sehr.


Bräuche, Traditionen und Volksglaube rund um die Erle

In irischen Mythen wird davon berichtet, dass der erste Mann aus der Erle entstammen soll.

Wenn man eine Erle verletzt oder sie fällt, verfärbt sich ihr Saft rötlich. Aus diesem Grunde glaubte man in vergangenen Tagen, dass der Baum sein Blut opferte, um das Land zu verteidigen. Dies galt als Zeichen der großen Freigiebigkeit der Erle. So wurde die Erle auch unter dem Namen „die blutende Mutter“ bekannt.

Früher glaubte man, dass in der Erle Erlenfrauen lebten. Diese wurden unter anderem Arle, Irle oder Else genannt. Man befürchtete, dass diese „hinterhältigen Weiber“ Wanderer, die sich im Wald verirrt hatten, zu sich in die Tiefe zogen. Der Erlengeist ist in diesem Fall eine Göttin des Todes und symbolisiert die zerstörerischen Kräfte des Elementes Wasser.

Um das eigene Heim vor Verwünschungen und Verhexungen zu bewahren hing man lange Zeit Erlenzweige auf. Diese sollten durch ihre reinigende Wirkung die negativen Energien abfiltern und so das Haus sowie seine Bewohner beschützen.

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Quellen