… Die Weide …

Die Weide gehört zu jenen Bäumen, die im Herzen von uns Hexen einen ganz besonderen Platz einnehmen.

Die Weide liebt das Wasser und so gedeiht sie an den Ufern von Seen, Flüssen sowie Bächen oder auf Wasseradern. Sie selbst besitzt einen eigenen hohen Wasseranteil. Die Weide steht zudem in einer engen Beziehung zum Mond. Sowohl das Element Wasser, als auch der Mond, symbolisieren Fruchtbarkeit und den Kreislauf des Lebens. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Weide eine innige Verbindung zur großen Göttin hegt.
Die Symbolik als Baum der Fruchtbarkeit, des Wachstums und der Wiedergeburt wird jedoch nicht nur durch ihre Liebe zum Wasser und Mond verdeutlicht. Die Weide beheimatet wahrhaftig die ungebändigte Urkraft des Lebens. Ein frischer, schräg angeschnittener Weidenast, der in dauerhaft feuchte Erde gepflanzt wird, treibt nach kurzer Zeit Wurzeln und erwacht zu neuem Leben. So lassen sich unter anderem ganz einfach wundervolle Weidentunnel anlegen.

Stutzt man die Äste einer Weide, so wachsen aus den verbliebenen Kopfseiten innerhalb kürzester Zeit unzählige neue Äste. Diese spießen ungebändigt, kreuz und quer, jetzt erst recht!

Auch die Baumscheiben gefällter Weiden können ihr als Nährboden für die Entstehung eines neuen Weidgestrüpps dienen. Sie ist in der Lage sich selbst aus sich selbst wieder zu gebären.

Wie alle Bäume, die die Nähe zum Wasser suchen, steht die Weide auch für die Reise zwischen den Welten. Die Weide führt uns in die Anderswelt, in welcher wir uns weiterentwickeln und Weisheit sowie Inspiration erlangen können. So wird die Weide oftmals zur Unterstützung bei Trancereisen, Visionen und zur Verarbeitung von Trauer eingesetzt.

Die Weide ist in der Lange uns auf einer sanften Art und Weise durch Schmerz und Trauer zu führen. Sie lehrt und, dass das Leben nicht mit dem sterben der weltlichen Hülle endet und dass aus wirklich allem, egal wie negativ es für uns im ersten Moment ist, etwas neues sowie positives entstehen kann. Sie macht uns deutlich, wie wichtig es ist vom Alten Abschied nehmen zu können, um sich selbst weiterzuentwickeln. Manchmal habe ich dass Gefühl, dass sich in diesen Momenten die ungebändigte Urenergie und der unerschütterliche (Über-) Lebenswille der Weide auf uns ein überträgt. Sie gibt uns die Kraft und den Mut wieder aufzustehen, wieder aufzuERstehen.

Die Weide Inspiriert uns. Sie inspiriert unser Leben, unser Handeln und tun. Sie schenkt unseren Gedanken einen fruchtbaren Nährboden und verleiht uns den Mut zu wachsen, auch wenn dies bedeutet von Altem Abschied zu nehmen. Besonders die alten weisen Weiden können uns die Pfade zur Göttin offenbaren. Vielleicht wird es auch für dich Zeit ihrem Ruf zu folgen…


Die Weide in Verbindung mit Göttern

Die griechische Göttin des Wachstums und der Pflanzen, Demeter, sowie ihre Tochter Persephone, die als Göttin des Todes und der Wiedergeburt bekannt war, sollen in enger Verbindung mit der Weide stehen. Die ungeheure Lebensenergie der Weide ver- standen unsere Ahnen als eine weltliche Darstellung und De- monstration der erneuernden sowie schöpferischen Aspekte der Demeter.
Auch die keltischen Götter Cerridwen sowie Belinus werden mit der Weide in Bezug gebracht.

Bräuche, Traditionen und Volksglaube rund um die Weide

Die Kelten feierten zur Zeit der Weidenblüte ihr Fest der Wiedergeburt der Natur im Frühling (Ostara). Um die Fruchtbarkeit ihrer Felder zu vergrößern, wurden blühende Weidnzweige im Zuge des Festen in den Ackerboden gesteckt.

Hexenbesen werden aus unter anderem aus Weidenholz hergestellt.

Die Weide galt in früheren Tagen als heilender Baum, der Krankheiten (besonders Fieber und gicht) sowie Unheil vom Mensch und Tier auf sich nahm.

Früher war man der Ansicht, dass sich Hexen in Weiden in Katzen verwandeln konnten.

Die Weide galt bereits im Mittelalter als Hexenbaum. Frauen die sich des Nachts in ihrer Nähe herumtrieben, standen daher im ernsten Verdacht den Pakt mit dem Teufel eingegangen zu sein und böses Zauberwerk zu verrichten.

Die Rinde der Weide wurde in vergangenen Tagen zum Gerben benutzt und ein Absud aus ihren Blättern i diente zum Färben von Baumwolle. Aus ihren Ästen werden aufgrund ihrer Biegsamkeit seit Jahrtausenden Körbe und andere Flechtwerke hergestellt.

In Rumänien wird noch heute am 23. April von den Sinti das Fest des Grünen Georgs begangen. Dort stellt man des Nachts eine gefällte, junge und reich belaubte Weide auf. Diese wird anschließend mit Bändern geschmückt. Jede schwangere Frau des Stammes legt ein Kleidungsstück unter die Weide. Eine leichte Geburt und ein begabtes Kind soll jener Frau beschert werden, auf deren Kleidungsstück über Nacht ein Blatt der Weide gefallen war. Am nächsten Morgen läuft der grüne Georg zum Baum, um drei Nägel in diesen zu schlagen. Diese entfernt er anschließend, um sie einem fließenden Gewässer zu übergeben. Hiermit sollen die Geister besänftigt werden. Nach dieser Prozedur wird auch die Weide ins Wasser gelegt. An ihr wird das Vieh des Stammes vorbei getrieben und vom grünen Georg mit dem Wasser der Weide gesegnet.

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Quellen