... im Hexen-Blog! 

Ab und zu erzähle ich Dir hier von meiner naturspirituellen Arbeit, meinen Werkeleien und Dingen, die mich bewegen.


"Menschen werden mit dem Alter immer kleiner.“, sagte die kleine fette Fee zu mir, als wir gemeinsam im Gras unserer Lichtung saßen und den langweiligen Wolken bei ihrem Treiben zusahen.
„Das stimmt nicht.“, sagte ich. „Menschen wachsen, wenn sie älter werden und werden größer. Ok, zum Schluss werden sie aufgrund von Abnutzungserscheinungen oder mangelnder Körperhaltung wieder etwas kleiner, aber nur ein ganz kleines bisschen .“
„Hmmm.“, die kleine fette Fee streichelte sich über ihren runden Bauch, wie sie es immer tat, wenn sie nachdachte. „Ich finde, dass Menschen kleiner werden!“
Ich sah meine liebe Freundin an und meinte nur: „Aus biologischer Sicht ist das nicht korrekt.“
Da sprang die kleine fette Fee mit einem gewaltigen Satz auf, dass man sich wirklich wundern musste, wie so eine kleine fette Fee das überhaupt schaffen konnte: „Ha! Da haben wir es doch! So klein bist du geworden, noch viel kleiner wie ich bist du schon!“
Ich schaute von oben auf die kleine fette Fee hinunter: „Das sehe ich.“
Die kleine fette Fee strahlte übers ganze Gesicht und legte sich wieder ins Gras. Ich kaute eine Zeit lang grübelnd auf einem Halm herum. Irgendwann schnaubte ich angenervt und sah wieder die fette Fee an: „Was meinst du damit, dass Menschen mit dem Alter immer kleiner werden?“
Die kleine fette Fee streichelte sich sorgsam über ihren runden Baum. „Jaaaa, das ist soooo.“ Sie holte tief Luft und legte eine wohl inszenierte Pause an. Ich verdrehte die Augen. „Wenn die Menschen klein sind, dann wissen sie nichts.“
„Ach nein, wirklich?“ Ich verdrehte meine Augen noch mehr und hätte wetten können einen Teil meines Gehirns gesehen zu haben.
„Ja, wirklich!“, sagte die kleine fette Fee und fuhr fort: „Und weil sie nichts wissen, müssen sie sich selbst ergrübeln wer den Regenbogen an den Himmel gemalt hat und wie die runden Kreise auf einem See entstehen und wie das Männchen in den Fernseher kommt und wer die Babys bringt. Ja, und weil sie es eben nicht genau wissen, halten sie alles für möglich. Und deswegen sind sie gaaaaanz groß und furchtbar reich! Und wenn sie fliegen wollen, dann breiten sie ihre Arme aus, laufen einen Berg hinab und dann fliegen sie. Und sie wollen Lehrerin oder Feuerwehrmann oder Prinzessin oder Mondflieger oder noch was anderes werden. Und dann fatahmorganisieren sie, sie wären Lehrerin oder Feuerwehrmann oder Prinzessin oder Mondflieger oder noch was anderes und dann sind sie es.“ Die kleine fette Fee hatte so sehr ihren runden Bauch gerieben, dass er wie eine Clownsnase leuchtete. „Tja. Und dann, dann wachsen die Menschen und gehen zur Schule und dort entlernen sie. Ihnen wird gesagt, wer den Regenbogen an den Himmel gemalt hat und wie die runden Kreise auf einem See entstehen und wie das Männchen in den Fernseher kommt und wer die Babys bringt. Und dadurch werden die Menschen krank und entlernen zu träumen und zu fatahmorganisieren. Und dann haben nicht mehr die Feen oder Kobolde oder Buntstiftmacher oder die weiß-ich-nicht-was den Regenbogen an den Himmel gemalt, sondern nur noch der Regen und die Sonne - oder so. Und wenn sie dann noch mehr entlernt haben, dann sind sie irgendwann Lehrerin oder Feuerwehrmann aber können nicht mehr Mondflieger oder Prinzessin oder noch was anderes sein. Und irgendwann zwischendurch entlernen sie das fliegen, weil ihnen gesagt wird, dass irgend so ein Dingsdabumsda-Gesetz das unmöglich macht. Und sie versuchen es auch gar nicht mehr, weil das Dingsdabumsda-Gesetz ja sagt, dass das gar nicht geht!“ Die kleine fette Fee schnappte ein paar Mal nach Luft. „Tja, und deswegen werden die Menschen im Alter immer kleiner und ziemlich arm.“
„Hmmmm.“ Ich legte mich ins Gras und sah in den Himmel. Aus den Wolken formten sich auf ein Mal lustige Tiere und Blumen und Gesichter und lauter kleine fette Feen. Ich lächelte meine kleine fette Fee an und war davon überzeugt ein Stückchen gewachsen zu sein.


Mit freundlichen Grüßen
Eure Anna-Lena :-)

Bildquelle: Anna-Lena Wulf 

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