Mein Kind hat mir erzählt, dass es eine Hexe ist.
Wie soll ich damit umgehen?
Als erstes, seien sie stolz, dass Ihr Kind Ihnen so vertraut!
Ich kann es durchaus verstehen, dass Eltern sich Sorgen um ihr Kind machen, wenn sich dieses aus heiterem Himmel von dem „braven“ Engelchen in eine „bösen“ Hexen wandelt.
Das Bedürfnis, das eigene Kind vor negativen Einflüssen schützen zu wollen ist für mich vollkommen verständlich und ganz natürlich. Immer wieder werden in den Medien Hexen mit dem Teufel, Drogen, Exessen, Tier- und Menschenopfern in Verbindung gebracht. Keine Mutter möchte, dass sein Kind in solche Kreise gerät.
Zu dem können wir Menschen uns nun einmal schwer an neue Situationen gewöhnen und etwas Unbekanntes hat uns seit jeher verängstigt. Ein solcher Wandel, besonders, wenn er sich schnell vollzieht, kann schon ein echter Schock sein.
Trotzdem bin ich der Meinung, dass man als erwachsener Mensch in der Lage sein muss seinem Kind zuzuhören. Für Jugendliche ist der Schritt den Eltern vom eigenen Glaubensbild zu berichten alles andere als leicht, besonders, wenn dieses von der „Norm“ abweicht und mit so negativen Verbindungen behaftet ist, wie das Hexentum. Umso größer ist der Vertrauensbeweis von Ihrem Kind, wenn es sich an Sie wendet! Das sollte Ihnen zu nächst zeigen, wie wichtig Sie für Ihr Kind sind, und dass es sie sehr liebt.
Leider stoßen die meisten Kinder bei ihren Eltern auf ein großes Maß an Ablehnung. Manchmal geht dies soweit, dass die Eltern beginnen ihrem Kind nachzuspionieren und seine Sachen zu durchsuchen. Sie verbieten ihm alles, um es von diesem Weg abzubringen oder zwingen es in die Kirche zu gehen.
Leider ist dieser Weg wohl der Falscheste, den man als Mutter oder Vater gehen kann. Sie greifen mit einem solchen Verhalten erheblich in die Privatsphäre Ihres Kindes ein (auf welche es ein Recht hat!) und sorgen damit, dass sich Ihr Kind vermutlich von Ihnen isolieren wird. Es fühlt sich unverstanden und mitunter auch ungeliebt. Es wird sich von Ihnen distanzieren und beim nächsten Anliegen Sie nicht mehr ins Vertrauen ziehen oder Ihre Hilfe beanspruchen.
Ihr Kind sieht in diesem Moment nicht, dass Sie es mit Ihrem Verhalten schützen möchten und dass Sie sich vermutlich einfach Sorgen machen. Es sieht nur, dass seine Eltern seine Privatsphäre missachten und seine Rechte beschneiden. Besonders Jugendliche in der Pubertät nehmen dann schnell eine Abwehrhaltung ein. Dieses Ergebnis kann und darf nicht Ihr Ziel sein.
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